Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Damen und Herren
Das erste Halbjahr 2026 war trotz geopolitischer Herausforderungen geprägt von einem ungebrochen hohen Mobilitätsbedürfnis in der Luftfahrt, insbesondere auch im Heimmarkt Schweiz. Entsprechend erfolgreich ist die Flughafen Zürich AG ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Halbjahr reisten insgesamt 15.8 Mio. Passagiere über den Flughafen Zürich, was einem Wachstum von 6 % gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Die Gruppe erzielte einen Gewinn von CHF 163.7 Mio. (+1 %).
Das erste Halbjahr war jedoch nicht nur von weiterem Passagierwachstum und zunehmenden Kommerz- und Immobilienerträgen geprägt. In Zürich konnten auch bedeutende Infrastrukturprojekte und Bewilligungsverfahren vorangebracht werden. Diese sind von zentraler Bedeutung, um die Rolle des Flughafens Zürich als Drehscheibe für die wirtschaftliche, gesellschaftliche und internationale Vernetzung der Schweiz langfristig zu sichern. Entsprechend investieren wir gezielt in die Weiterentwicklung des Standorts Zürich und in die langfristige Sicherung seiner Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig haben wir mit der Eröffnung des Noida International Airport in Indien einen wichtigen Meilenstein erreicht. Diese Fortschritte schaffen die Grundlage für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung.
Die Verkehrsentwicklung am Flughafen Zürich zeigte sich im ersten Halbjahr 2026 erfreulich. Die Zahl der Passagiere nahm gegenüber der Vorjahresperiode trotz eines Einbruchs des Verkehrs in den Nahen Osten weiter zu.
Auch bei hohem Verkehrsaufkommen und während Spitzenauslastungen verlief der Betrieb stabil und zuverlässig. Besondere Herausforderungen stellten die Verkehrsmenge während des World Economic Forum (WEF) zu Beginn des Jahres sowie die verkehrsstarken Reiseperioden rund um Ostern, Auffahrt und Pfingsten dar. Hinzu kamen externe Faktoren wie wetterbedingte Einschränkungen sowie geopolitische Spannungen, insbesondere der Krieg im Nahen Osten. Deren Auswirkungen auf den Betrieb am Flughafen Zürich blieben jedoch bisher insgesamt begrenzt.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für den stabilen Betrieb war erneut die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure am Flughafen. Gemeinsam mit den Fluggesellschaften, den Bodenverkehrsdienstleistern, der Flugsicherung, den Behörden und weiteren Partnern ist es gelungen, auch in anspruchsvollen Situationen ein funktionsfähiges Gesamtsystem sicherzustellen.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Flughafens Zürich bleibt eine zentrale Voraussetzung, um den steigenden Anforderungen von Passagieren auch künftig gerecht zu werden. Entsprechend investieren wir gezielt in die Qualität und Effizienz unserer Infrastruktur.
Wichtige Fortschritte am Standort Zürich wurden im ersten Halbjahr mit der öffentlichen Auflage des angepassten Betriebsreglements sowie der Plangenehmigungsgesuche für die Pistenverlängerungen und den Ersatzneubau des Dock A erreicht. Diese Projekte sind entscheidend, um die betriebliche Leistungsfähigkeit, die Sicherheit und die Qualität des Standorts Zürich langfristig zu sichern.
Im Berichtszeitraum investierte die Flughafen Zürich AG am Standort Zürich insgesamt CHF 202.3 Mio. in Infrastrukturprojekte. Gleichzeitig bleibt das Bauen unter laufendem Betrieb eine besondere Herausforderung. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Projekte ist nur dank des grossen Engagements und der Flexibilität unserer Mitarbeitenden sowie der konstruktiven Zusammenarbeit mit unseren Partnern möglich.
Neben der Entwicklung in Zürich gewinnen unsere internationalen Aktivitäten weiter an Bedeutung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation unseres Geschäftsmodells und eröffnen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.
Besonders erfreulich ist die Inbetriebnahme des Noida International Airport in Indien, welcher zu 100 % im Besitz der Flughafen Zürich AG ist. Nach intensiver Planung und rund vier Jahren Bauzeit landete am 15. Juni erstmals ein Linienflug. Der Flugbetrieb wurde vorerst mit Inland- und Frachtflügen aufgenommen, internationale Flüge sollen folgen. Die ersten Betriebswochen verliefen positiv und bestätigen das grosse Potenzial im indischen Luftverkehrsmarkt.
In Lateinamerika, insbesondere in Brasilien, entwickelt sich das Geschäft weiterhin sehr erfolgreich. Die vier brasilianischen Flughäfen verzeichneten im ersten Halbjahr ein starkes Passagierwachstum, sowohl im Inlandverkehr wie auch in der Erschliessung neuer internationaler Verbindungen.
Insgesamt trugen die internationalen Aktivitäten mit CHF 37.9 Mio. bzw. 10 % zum Konzern-EBITDA bei und bleiben ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensentwicklung.
Im Rahmen des Klimaprogramms 2040 setzen wir unsere Massnahmen zur Transformation der Kälte- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Quellen, zur Dekarbonisierung der Gebäude, zum Ausbau der Eigenstromproduktion sowie der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge am Flughafen konsequent fort.
Auch politische und regulatorische Themen prägten das erste Halbjahr. Die Verhandlungen über die zukünftigen Flugbetriebsgebühren konnten abgeschlossen werden. Die neue Gebührenordnung tritt per 1. Oktober 2026 in Kraft und schafft Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Im politischen Umfeld standen die Betriebszeiten des Flughafens Zürich auf kantonaler und nationaler Ebene im Fokus. Die deutliche Ablehnung der Nachtruhe-Initiative durch den Zürcher Kantonsrat sowie die rechtliche Präzisierung der Betriebszeiten durch den Nationalrat im Luftfahrgesetz stärken die Rahmenbedingungen für den Flughafen und die internationale Anbindung der Schweiz.
Im Verwaltungsrat kam es im ersten Halbjahr zu Veränderungen. Guglielmo Brentel trat nach zwölf Jahren an der Generalversammlung nicht mehr für eine Wiederwahl an. Die Flughafen Zürich AG dankt Guglielmo Brentel für sein grosses Engagement. Als gut vernetzter Kenner der Tourismusbranche und mit unternehmerischer Weitsicht hat er zum Erfolg des Flughafens beigetragen. Neu in den Verwaltungsrat und als Mitglied des Nomination & Compensation Committee gewählt wurde Stefan Paul, CEO der Kühne + Nagel International AG. Er wird den Verwaltungsrat mit seiner Erfahrung und Kompetenz ideal ergänzen.
Im Rahmen einer Neuausrichtung der Verantwortlichkeiten hat sich die Geschäftsleitung der Flughafen Zürich AG von bisher sieben auf neu sechs Personen verkleinert. Manuela Staub, die bisherige Chief People & Communication Officer, hat das Unternehmen aufgrund dieser Veränderung verlassen. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Manuela Staub für ihr grosses Engagement und ihren wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Flughafen Zürich AG.
Für das Gesamtjahr 2026 erwarten wir eine weiterhin positive Verkehrsentwicklung im Einklang mit dem anhaltend hohen Mobilitätsbedürfnis der Menschen – insbesondere aus dem Schweizer Lokalmarkt. Entsprechend blicken wir zuversichtlich auf die weitere Entwicklung im Jahr 2026. Gleichzeitig bleibt das Umfeld von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Deren Auswirkungen auf die internationale Luftfahrt, etwa durch steigende Treibstoffpreise, eingeschränkte Lufträume und Störungen globaler Lieferketten, lassen sich nur begrenzt vorhersagen. Die Nachfrage nach Mobilität und internationalen Verbindungen bleibt jedoch intakt. Darauf richten wir unsere Investitionen und unsere betriebliche Planung konsequent aus.
Unser besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitenden für ihren täglichen Einsatz, unseren Partnern für die konstruktive Zusammenarbeit und Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen. Mit Ihrer Unterstützung schaffen wir die Voraussetzungen, um die Flughafen Zürich AG erfolgreich weiterzuentwickeln und ihre Position als Flughafenbetreiberin im In- und Ausland zu stärken.

Josef Felder
Präsident des Verwaltungsrats

Lukas Brosi
Vorsitzender der Geschäftsleitung