Abfall und Kreislaufwirtschaft

Abfälle vermeiden, Ressourcen schonen und graue Emissionen senken: Die Flughafen Zürich AG bekennt sich zur Kreislaufwirtschaft mit Fokus auf den Immobilienbereich.

Relevanz

Kreislaufwirtschaft bedeutet, Produkte und Materialien im Umlauf zu halten, damit weniger Primärrohstoffe benötigt werden und weniger Abfälle entstehen. Indem langlebige, reparaturfähige und wiederverwendbare Produkte beschafft und erstellt werden, lassen sich Materialkreisläufe verlangsamen und reduzieren. In zweiter Priorität gilt es, durch die stoffliche Verwertung die Materialkreisläufe zu schliessen.

Die Flughafen Zürich AG als Bauherrin mit einem grossen jährlichen Bauvolumen und als Betreiberin einer umfangreichen Infrastruktur steht in der Verantwortung, mit kreis­lauf­orientiertem Bauen einen Beitrag zu leisten, um die Menge der grauen Emissionen (bei der Erstellung entstehende Treibhausgasemissionen) sowie den Einsatz nicht erneuerbarer Materialien zu reduzieren. Gleichzeitig stehen in Betrieb und Unterhalt der schonende Umgang mit Ressourcen und die Verwertung von Materialien am Ende ihrer Lebensdauer im Fokus. Denn an Flughäfen fällt eine breite Palette an unterschiedlichen Abfällen an.

Ansatz

Die Flughafen Zürich AG legt am Standort Zürich den Fokus auf die Bautätigkeit mit ihren erheblichen Materialflüssen und Mengen an grauer Energie. Im Jahr 2024 hat sie sich der «Charta Kreislauf­orientiertes Bauen» angeschlossen. Gemeinsam mit anderen grossen Immobilienbesitzern arbeitet sie daran, das ressourcen­schonende Bauen in der Schweiz, das noch am Anfang steht, voranzutreiben. Im vergangenen Jahr ging es in erster Linie darum, gemeinsam Standards zur Messung, zur Bilanzierung und zum Reporting von grauen Emissionen zu definieren und so die Grundlage zur Optimierung zu schaffen. Im laufenden Jahr liegt der Fokus auf der Berechnung der Zirkularität. Jede Partner­organisation soll zudem Ziele definieren und einen Aktionsplan mit Massnahmen entwickeln. Die Flughafen Zürich AG hat Kriterien der Kreislauf­wirtschaft bisher erst an Pilotprojekten angewandt. So wurden beispielsweise die Zirkularität und der Ausstoss von grauen Emissionen in die Ausschreibungs­kriterien eines Parkhaus­projektes aufgenommen.

Im Bereich Abfall und Recycling legt die Flughafen Zürich AG am Standort Zürich mit einem Abfallkonzept die Grundsätze fest, damit am gesamten Flughafen sämtliche Abfälle rechtskonform, ökonomisch, ökologisch und sicher entsorgt respektive der Verwertung zugeführt werden. Es ist nach den Grundsätzen «vermeiden – verwerten – umweltverträglich entsorgen» aufgebaut. Stoffkreisläufe werden nach Möglichkeit geschlossen und Stoffflüsse minimiert. Die mit der Abfallentsorgung verbundenen Kosten werden den Unternehmen, die ihn verursachen, weiterverrechnet, womit ein finanzieller Anreiz zur Abfallvermeidung geschaffen wird.

In den allgemeinen Umweltschutzbedingungen, die Bestandteil der Mietverträge und Bodenabfertigungsberechtigungen sind, sind die Grundsätze bezüglich Abfallentsorgung festgehalten. Ein weiteres Dokument, das Generelle Entsorgungskonzept (GEK), regelt den Umgang mit Bauabfällen am Flughafen Zürich und stellt den gesetzeskonformen Umgang mit denselben sicher.

Einen grossen Teil der in ihrem Unternehmen und bei Partnern anfallenden Abfälle sammelt die Flughafen Zürich AG selbst und liefert sie an entsprechende Verwertungs­stellen. Dazu gehören insbesondere ein grosser Anteil an Kehricht, Papier und Karton, aber ebenso Abfälle, die durch die Reinigungs­kräfte in den Flugzeug­kabinen zusammen­getragen werden. Abfälle, die durch Dritte gesammelt und entsorgt werden (zum Beispiel aus dem Flugzeug-Catering), sind in den Abfallkennzahlen des Flughafens Zürich ebenfalls enthalten.

Die Abfallkennzahlen am Flughafen Zürich werden nach den Vorgaben der Arbeits­gemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) ermittelt, was die Vergleichbarkeit über die Jahre hinweg ermöglicht. Mineralische Abfälle aus Bautätigkeit, Frostschutzmittel und organische Abfälle aus dem Grünunterhalt sind darin nicht eingerechnet.

Materialien, die nicht stofflich verwertet werden, können am Standort Zürich überwiegend thermisch verwertet werden. Die Verbrennung in einer Kehricht­verbrennungs­anlage erlaubt die Nutzung der Abwärme für die Stromproduktion sowie als Fernwärme zum Heizen von Gebäuden. Im Regelfall wird der Kehricht in die Kehricht­verbrennungs­anlage Hagenholz in Zürich geliefert, was einem Transportweg von lediglich sechs Kilometern entspricht. Am Flughafen Zürich wurden im Berichtsjahr insgesamt 17’629 Tonnen Abfall entsorgt. Das sind rund 5 % mehr als im Vorjahr und damit dem Wachstum bei den Passagierzahlen entsprechend.

Auslandsbeteiligungen

An den Standorten im Ausland nehmen die Vermeidung und die Verwertung von Abfällen ebenfalls einen hohen Stellenwert ein. Sowohl an den Standorten in Chile und Brasilien als auch in Indien unternimmt die Flughafen Zürich Gruppe grosse Anstrengungen, die Stoffkreisläufe zu schliessen und negative Auswirkungen auf die Umwelt durch Abfälle zu vermeiden, indem sie fachgerecht entsorgt werden. Die Flughäfen mit Mehrheits­beteiligung in Brasilien haben sich zum Ziel gesetzt, die Menge des deponierten Abfalls substanziell zu reduzieren. Um dies zu erreichen, werden einerseits die Flughafenpartner vertraglich in die Pflicht genommen und mit finanziellen Anreizen ermutigt, ihre Abfälle zu trennen und die Abfallmenge zu reduzieren. Andererseits werden die Abfälle mit viel Aufwand und von Hand in die unterschiedlichen Fraktionen getrennt, damit sie einem höherwertigen Entsorgungsweg zugeführt werden können. Im Berichtsjahr wurde mit einer Quote von 92 % des angefallenen Abfalls, der nicht mehr auf Deponien gebracht wurde, das Ziel von 90 % erstmals übertroffen.

In Noida in Indien gilt das Ziel, die Deponierung von Abfall ab der Betriebsphase gänzlich zu vermeiden.

Kennzahlen

Abfallmenge

GRI 306-3

Flughafen Zürich, Schweiz

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge 1

Tonnen

8’506

12’943

15’574

16’769

17’629

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

51.3

46.4

46.7

46.5

45.5

Konfiszierte Flüssigkeiten aus der Sicherheitskontrolle

Tonnen

80

171

201

212

210

Flughafen Florianópolis, Brasilien

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

412

469

741

1’189

865

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

59.2

59.5

67.8

Flughäfen Vitória/Macaé, Brasilien

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

172

581

669

408

381

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

84.1

73.3

75.6

Flughafen Natal, Brasilien

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

n/a

n/a

n/a

385

430

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

n/a

58.9

79.3

Flughafen Antofagasta, Chile

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

180

151

230

228

227

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

0

0

0.0

Flughafen Iquique, Chile

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

79

92

353

254

363

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

0

0

0.0

Flughafen Noida, Indien

Einheit

2021

2022

2023

2024

2025

Gesamtabfallmenge

Tonnen

n/a

2

12

8

9

davon stoffliche Verwertung (z. B. Papier, Karton, Glas, Holz)

in %

n/a

n/a

n/a

n/a

n/a

1Für die bessere Vergleichbarkeit nach Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) definiert.