Brief an die Aktionärinnen und Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für den Flughafen Zürich erfolgreich. In einem anspruchsvollen Umfeld, das unter anderem von Engpässen in der europäischen Flugsicherung sowie einer angespannten geopolitischen Lage geprägt war, entwickelte sich das Geschäft positiv und führte zu einem soliden Jahresergebnis. Die Nachfrage nach Flugreisen blieb hoch, die Passagierzahlen erreichten einen neuen Höchstwert. Trotz steigender Passagierzahlen konnte durch betriebliche Massnahmen die Pünktlichkeit des Flugbetriebs weiter verbessert werden, wodurch auch die Anzahl der Flugbewegungen nach 23:00 Uhr reduziert werden konnte.

GRI 2-22

2025 war ein Jubiläumsjahr: Die Flughafen Zürich AG blickt auf 25 Jahre als kotiertes Unternehmen zurück. In dieser Zeit konnte sie nachhaltig wachsen und Krisen aus eigener Kraft bewältigen. Für Aktionärinnen und Aktionäre sowie die öffentliche Hand wurde ein langfristiger Mehrwert geschaffen. Seit der Privatisierung im Jahr 2000 bis einschliesslich dem Jahr 2024 schüttete die Flughafen Zürich AG Dividenden im Umfang von CHF 647 Millionen an die öffentliche Hand aus und zahlte direkte Steuern (Bund, Kanton, Stadt und Gemeinden) im Umfang von weiteren CHF 963 Millionen.

Gemeinsam stark in einem herausfordernden Umfeld

Im Jahr 2025 zählte der Flughafen Zürich mit knapp 32.6 Millionen Passagieren so viele Reisende wie nie zuvor. Am 5. Oktober wurde mit 122’668 Passagieren ein neuer Tageshöchstwert erreicht, im August wurde mit 3’266’710 Passagieren zudem der verkehrsreichste Monat in der Geschichte des Flughafens verzeichnet. Diese Entwicklung, insbesondere auch die starke Nachfrage im Lokalmarkt, ist Ausdruck des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums sowie eines anhaltend hohen Mobilitäts­bedürfnisses. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Passagierwachstum 4 %. Gleichzeitig verzeichnete die Anzahl der Flugbewegungen ein Plus von 3 % im Vergleich zu 2024. Gerade in den intensiven Reisemonaten war der Flughafen geprägt von einem stabilen und qualitativ hochstehenden Betrieb, der auch unter Spitzenbelastungen im Sommer- und Herbstbetrieb dank sehr engagierten Mitarbeitenden und partnerschaftlicher Zusammenarbeit der Flughafenpartner zuverlässig abgewickelt werden konnte. Diese Leistung wurde im Berichtsjahr erneut durch internationale Auszeichnungen gewürdigt. Die Fracht konnte 2025 mit einem Plus von 1 % ebenfalls eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr können die Auswirkungen des Konfliktes im Iran derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Im aktuellen Flugplan wird die Region Naher Osten mit bis zu 12 Verbindungen am Tag von rund 10 verschiedenen Flug­gesell­schaften bedient. Im vergangenen Jahr betrug das Passagiervolumen in diese Region rund 5 %.

Hohe Wertschöpfung und exzellente Erreichbarkeit

Damit festigt der Flughafen Zürich seine Rolle als internationales Drehkreuz mit einem dichten Netz an Direktverbindungen und konsequenter Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Reisenden. Er ist dabei weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Am Standort Flughafen sind über 300 Unternehmen tätig, die insgesamt rund 35’000 Arbeitsplätze bieten. Als wichtigstes Luftfracht-Drehkreuz der Schweiz wickelt der Flughafen Zürich einen beträchtlichen Teil der Schweizer Exporte ab und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft. Neue Daten liefert zudem die Studie «Volkswirtschaftliche Bedeutung der Zivilluftfahrt in der Schweiz», die das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Januar 2026 veröffentlicht hat. Demnach trug die Zivilluftfahrt in der Schweiz mit einem Volumen von fast CHF 20 Milliarden Gesamtwertschöpfung rund 2.4 % zum Schweizer Brutto­inland­produkt bei. Unter den Schweizer Landesflughäfen entfallen mehr als 70 % der direkten Wertschöpfung auf den Flughafen Zürich. Die Studie zeigt auch, dass die Region Zürich dank des Flughafens Spitzenwerte bei der internationalen Erreichbarkeit aufweist. Unter 284 untersuchten Regionen Europas ist Zürich am besten erreichbar.

Regulatorische Entwicklungen und politische Diskussionen

Die politische Debatte um die Betriebszeiten des Flughafens Zürich wurde im Jahr 2025 fortgeführt. Die Flughafen-Nachtruhe-Initiative, die eine Verkürzung der Betriebszeiten fordert, wird von der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) des Zürcher Kantonsrats einstimmig zur Ablehnung empfohlen. Dies ist ein wichtiges Signal für stabile Rahmenbedingungen und die Sicherstellung der internationalen Anbindung der Schweiz. Die Kommission schlägt vor, der Initiative einen Gegenvorschlag gegen­über­zu­stellen, unter der Voraussetzung, dass die Initiative zurückgezogen wird. Als nächster Schritt werden die Initiative und der Gegenvorschlag im Kantonsrat beraten.

Auf regulatorischer Ebene konnten ebenfalls Fortschritte erzielt werden: Mit der Verabschiedung des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, insbesondere durch die Bestätigung und Präzisierung der geltenden Betriebszeiten. Ein relevantes Thema im Jahr 2026 bleibt die Revision des Luftfahrtgesetzes.

Am 16. Februar 2026 hat die Flughafen Zürich AG die Verhandlungen über die Flugbetriebsgebühren mit den grössten Fluggesellschaften und Interessenvertretungen mit einer Einigung abgeschlossen. Sofern keine Änderungsanträge eingehen, gilt das neue Gebührenreglement ab 1. Oktober 2026.

Solide Entwicklung im kommerziellen Bereich und Immobiliengeschäft

Das Immobilien- und Kommerzgeschäft am Standort Zürich leistete auch in diesem Berichtsjahr einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Widerstandskraft unseres Geschäftsmodells.

Trotz Einschränkungen aufgrund laufender Bauprojekte entwickelten sich die Kommerzumsätze in Retail, Gastronomie und Dienstleistungen erfreulich. Die Ausrichtung des Circle als Business- und Dienstleistungszentrum bewährt sich. Derzeit sind über 50 Unternehmen mit insgesamt mehr als 5’000 Mitarbeitenden im Circle tätig und weitere attraktive Mieter konnten gewonnen werden. Der Erwerb des Gebäudes mit dem darin befindlichen Radisson Blu Hotel im Berichtsjahr stärkt das Immobilienportfolio weiter. Insgesamt trägt das Immobiliengeschäft wesentlich zur langfristigen Wertschöpfung und Diversifizierung bei.

Internationale Standorte als Wachstumstreiber

Unsere internationalen Beteiligungen leisten einen zunehmend wichtigen Beitrag zum Gesamterfolg des Unternehmens. In Brasilien verzeichneten wir das erfolgreichste Jahr seit Beginn unserer Investitionen in diesem Fokusmarkt. 16 Millionen Passagiere haben die von uns betriebenen Flughäfen mit Mehrheitsbeteiligung im Ausland genutzt, was einem Wachstum von 6 % zum Vorjahr entspricht. In Indien steht die Inbetriebnahme des Noida International Airports im Grossraum Delhi kurz bevor. Unser bisher grösstes Flug­hafen­projekt im Ausland unterstreicht die Bedeutung unseres internationalen Engagements und schafft die Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmens­wert­steigerung. Mit der Investition in einen der wachstumsstärksten Luftverkehrsmärkte der Welt stärken wir unsere internationale Präsenz, diversifizieren unser Ertragsprofil und schaffen eine zusätzliche Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie

Nachhaltigkeit ist eine der fünf strategischen Zieldimensionen der Flughafen Zürich AG und beeinflusst Unternehmensentscheide auf allen Ebenen. Wir streben gruppenweit an, im Bereich Nachhaltigkeit zu den führenden Flughafenbetreibern zu gehören.

In Zürich wurden im Rahmen des Fahrplans «Netto-Null 2040» weitere Fortschritte erzielt. Dazu zählen insbesondere die fortschreitende Dekarbonisierung der Infrastruktur, die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte sowie das Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft. Die geothermische Erkundung zur Nutzung einer glazialen Rinne als saisonaler thermischer Speicher wurde im Berichtsjahr mit einem zweiten Testbrunnen vorangetrieben. Gleichzeitig startete der Bau einer neuen Energiezentrale, welche das Verbindungsglied zwischen dem saisonalen Speicher im Erdreich und den an das Niedertemperaturnetz angepassten Verbrauchern bildet.

Auch international setzen unsere Standorte Akzente: In Brasilien wurden mehrere Flughäfen nach dem Airport-Carbon-Accreditation-(ACA)-Standard auf Stufe 4 akkreditiert, dem weltweit anerkannten Programm des Flughafenverbandes (ACI) zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Die gleichen Ambitionen verfolgen wir auch in Noida, wo mehr als die Hälfte der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen wird. Darüber hinaus stehen jetzt auch gruppenweit Beschwerdekanäle zur Verfügung, die ermöglichen, vermutete Verstösse gegen den Verhaltenskodex zu melden.

Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur

2025 war ein Jahr sichtbarer Fortschritte bei zentralen Infrastrukturprojekten am Flughafen Zürich: Die Arbeiten an der Erweiterung der Passkontrollhalle, der neuen Frachthalle Rächtenwisen sowie an der Gepäcksortieranlage (GSA) schritten planmässig voran. Auch bei dem anspruchsvollen Projekt «Entwicklung landseitige Passagierflächen» (ELP) konnten weitere Schritte erreicht werden. Wichtige Meilensteine wurden zudem in der Planung und Vorbereitung des Projekts «Ersatzneubau Dock A» erreicht: Der Modulbau als Provisorium ist weit fortgeschritten und die Plangenehmigung für den neuen Tower liegt vor. Diese Investitionen sind notwendig, um auch künftig einen sicheren, leistungsfähigen und qualitativ hochstehenden Betrieb zu gewährleisten und die Rolle des Flughafens Zürich als internationales Drehkreuz nachhaltig zu stärken.

Parallel zu den baulichen Investitionen wurde im laufenden Betrieb gezielt in neue Technologien investiert. Dazu zählen die schrittweise Einführung moderner CT-Scanner in der Sicherheitskontrolle, welche eine höhere Durchsatzleistung und verbesserten Reisekomfort ermöglichen, sowie der Einsatz von Kunden-Feedback-Systemen in Sanitäranlagen für eine bedarfsgerechte und nachhaltige Reinigung. Ergänzend wurden 26 autonome Reinigungsroboter für die grossflächige Gebäudereinigung implementiert, welche den hohen Anspruch an Sauberkeit unterstützen und die Mitarbeitenden entlasten.

Unter der Leitung des ZRH Innovation Hubs wurde zudem der Testbetrieb mit zwei selbstfahrenden Bussen für den Personentransport von Mitarbeitenden innerhalb des Flughafenareals aufgenommen. Das Pilotprojekt dient der Erprobung neuer techno­logischer Lösungen für den operativen Einsatz im Flughafenbetrieb und soll ein Rahmenwerk für die Flughafen Zürich AG sowie die Systempartner zur zukünftigen Einführung des automatisierten Fahrens schaffen.

Barrierefreie Services und starke Arbeitgeberposition

Darüber hinaus setzten wir am Standort Zürich gezielte Massnahmen zur Förderung der Barrierefreiheit und Inklusion um. Mit der Einführung des Sunflower-Lanyard-Systems für Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen leisteten wir einen weiteren Beitrag zur Verbesserung des Kundenerlebnisses und zur Qualität unseres Angebots für alle Reisenden. Ausserdem wurde mit dem Jahreswechsel von 2024 auf 2025 der PRM-Service (Dienstleistungen für mobilitätseingeschränkte Passagiere am Flughafen Zürich) in die Flughafen Zürich AG integriert.

Neben infrastrukturellen und technologischen Investitionen ist die Zukunftsfähigkeit des Flughafens Zürich massgeblich von kompetenten und engagierten Mitarbeitenden abhängig. Im Berichtsjahr wurden daher verschiedene Massnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, insbesondere im Schichtbetrieb, umgesetzt. Ergänzend wurde ein Leadership-Programm ausgerollt. Die kontinuierliche Befähigung und Weiterbildung der Mitarbeitenden bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, um den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu begegnen.

Veränderungen in Verwaltungsrat und Geschäftsleitung

Im Verwaltungsrat der Flughafen Zürich AG wird Guglielmo Brentel nach 12 Jahren nicht mehr für eine weitere Amtsdauer zur Wahl antreten. Das Unternehmen dankt Guglielmo Brentel für sein grosses Engagement. Er war während seiner Amtsdauer Mitglied im Audit & Finance Committee und während der letzten Jahre Mitglied im Nomination & Compensation Committee sowie im Investment Committee. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung 2026 Stefan Paul zur Wahl als Mitglied des Verwaltungsrats und als Mitglied im Nomination & Compensation Committee vor. Stefan Paul ist CEO bei Kühne + Nagel International AG, einem börsenkotierten international ausgerichteten Logistikdienstleister. Er wird den Verwaltungsrat mit seiner Erfahrung und Kompetenz ideal ergänzen.

Im Rahmen einer Neuausrichtung der Verantwortlichkeiten wird die Geschäftsleitung der Flughafen Zürich AG von bisher sieben auf neu sechs Personen verkleinert, um künftigen Herausforderungen wirkungsvoller zu begegnen. Manuela Staub, die bisherige Chief People & Communication Officer, verlässt aufgrund dieser Veränderung das Unternehmen per Ende Juli 2026. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Manuela Staub für ihr grosses Engagement und ihren wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Flughafen Zürich AG.

Dank und Anerkennung

Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitenden, deren täglicher Einsatz wesentlich zu den positiven Ergebnissen des Geschäftsjahrs beigetragen hat. Ebenso danken wir unseren Partnerunternehmen für die gute Zusammenarbeit. Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir herzlich für Ihr Vertrauen.

Wir freuen uns, den eingeschlagenen Weg im Jahr 2026 gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen.

Josef Felder
Präsident des Verwaltungsrats

Lukas Brosi
Vorsitzender der Geschäftsleitung